Projects

Von Übergängen zu losen Enden


Christoph Bannat – Frank Brovira – Bernd Skupin

Vernissage: Mittwoch, 22.05.2024, 18 – 21
Ausstellung: 23.05 – 01.06.2024
Öffungszeiten: Do – Sa, 16 – 19
Finissage: Samstag, 01.06.2024, 18 – 21
Künstlergespräch mit Ludwig Seyfarth 18 Uhr
Lindenstraße 91, 10969 Berlin


Drei Zeichner. Graphit. Fotoentwickler und Fixierer. Feder und Tusche. Alles auf Papier. Das sind die groben Koordinaten.

Als Flug eines Pfeils, der die Spannung des Bogens ausdrückt beschreibt der Philosoph Jean-Luc Nancy, im Essay „Die Lust an der Zeichnung“, den Gebrauch des Zeichengerätes. Wobei der hingeworfene Strich kein Ziel, außer der Entladung hat. Im Ergebnis, dieser mehr oder weniger gezielten Entladung, manifestieren sich wie im Bogenschießen die Körperspannung – und vielleicht auch die des Denkens und Empfindens – der Zeichnenden, aber auch die Konvention des Mediums, die gelesen und beschrieben werden wollen.

Übertragen in Sprache wirken die Zeichnungen recht diesseitig, der Dingwelt verhaftet, entziehen sich jedoch der Eindeutigkeit, bleiben letztlich unfassbar, rätselhaft. Und das ergibt die Spannung, auf der Suche nach der richtigen Frage. Hängengeblieben, zwischen den Ortschaften Als-ob und Wennschon, verweigern sich die Arbeiten der Drei einer einfachen Beschreibung. Dabei spielen das Schwarz/Weiß und seine Schattenseiten eine ent- und bescheidene Rolle. Einmal auf dem Papier aufgetroffen, ist jede Setzung eben immer auch eine Behauptung; dass man es so machen kann.

Selbstbewusst testen sie die ballistischen Möglichkeiten im Flug ihrer Pfeile: Anfänge, Enden und Wirrungen möglicher Erzählungen. Freie Erzählungen, freie Gesten, freie Symbole. Maskenhaft und gespenstisch, theatralisch, verrückt. Darauf vertrauend, dass ihre Arbeiten mehr wissen als die Schützen selbst. Material das provoziert wird, für sich zu sprechen.

Bannat, Brovira und Skupin begegneten sich an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, wo alle drei zu unterschiedlichen, aber sich überschneidenden Zeiten der 1980er und 1990er Jahre ausgebildet wurden (wobei sie sich als voll ausgeformt oder fertiggebildet noch immer nicht sehen).


Christoph Bannat
Geboren 1960. Tagestuschezeichnungen, Skizzen, Anmerkungen. Ausschnitte. Zersetzte Sinnbilder, Stammbäume, Bäumchen und Baumstümpfen, Ruinen und Rokokoverweise. Zwischen Ziersucht und kosmischer Dystopie. Wasserfallromantik trifft auf irgendwas Qualmend Brennendes. De Sade meets Kant. Karikatureskes Pissen und Scheißen. Kriechend Im Gras. Malend im Wald. In die Jahre gekommener Splitterzieher, und Knöchelspielerinnen vor ornamentalen Verklumpungen.


Frank Brovira
Geboren 1957. Entwickelt Fluidogramme auf Fotopapier, im Großformat 108 x 160 cm. Gezeichnet mit Schwämmen, Pipetten, Pinseln und was sonst noch Entwickler- und Fixierflüssigkeit trägt. Unter Einsatz von Schablonen. Durch Licht und Dunkelheit nimmt der analoge Prozess der Entwicklung seinen Lauf, immer am Rand zwischen rudimentärer Figuration und fleckenhafter Abstraktion. Damit steht er in der Tradition der ersten Entdeckerstunden der Lichtmalerei.


Bernd Skupin
Geboren 1960. Graphit und Tusche. Spuren flüchtiger, hartnäckiger Ideen. Mopsäugiges neben dynamischen Finsterlingen. Ein Raum, wo das Banale und das Befremdliche, das Alberne und das Sehnsüchtige Umgang haben. Leuchten und zwielichterndes Figurentheater in einem Komik-Dramagemisch. Gewebefiguren. Lose Strichschlierenwesen, geisterhaft dämonisch. Ehen, Einzelgänger und Schwärme. Kopfwärts. Bissfest. Aus ziemlich allen Zeiten gefallen.

Past Projects

  • RECOMBINING REALITIES: Charlie Stein and Jorinde Voigt
  • Roaminale #3 screen
  • Heraclea: An Audiovisual Installation
  • FABRIK: 50 Years of Berlin Based Pop-Art
  • 30 Years of Optimism
  • In Betweens – Network meetings for Ukrainians
  • Resonance of the Abstract: From Gesture to Monochromy
  • A Never-ending Stone
  • A Whore’s Eye View
  • Democracy Has To Be Bathed
  • ROAMANCE
  • Look up. Look up in the sky
  • YEAH, BUT…
  • Idiosyncrasies
  • Berlin Satellite of the Arcadia Festival #3
  • Kristi Kongi “Colours reminded me that life can get so interesting that we forget to be afraid.”
  • H/K/V
  • Roaminale #2 screen
  • REELISM
  • Touch Stream
  • Turgor
  • Exercises for Dreamkeeping
  • Ablaufdatum
  • roaming attitudes
  • Exhibition ‘Lines of Deconstruction’ by Stela Vasileva
  • Book Release: Inselhopping Indonesien
  • Out of Sight Is Out of Mind
  • Bulgarian-German residency programme release
  • Roaminale #1 screen
  • This Land is Not Mine | Album Performance 
  • PROLOG : never gonna give you up
  • Lokale Signale
  • Direkte Auktion II slot 15 & 16
  • Grow Up Get Over It
  • Survival Kit for the Art Market